
„Weil sich die Menschen oft keine Vorsorge und frühzeitige Behandlung leisten können, kommen viele Kranke erst dann zu den Gesundheitsstationen, wenn es für eine Heilung fast zu spät ist.
Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall oder Malaria, die im frühen Stadium gut zu behandeln sind, führen darum hier oft zum Tod – gerade bei Kindern“, berichtet Vera Minnik, erfahrene Hebamme und Programm-Koordinatorin der Malteser in Kambodscha.
„Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter 5 Jahren ist auch deshalb so hoch. Wir setzen alles daran, dass sich das ändert. Die Dorfkrankenkassen, ausgebildete Hebammen und die Sicherheit, die sie Schwangeren und Kranken bieten, sind dabei wichtige Bausteine.“

Seit 2005, als die erste Dorfkrankenkasse gegründet wurde, hat sich die Zahl der Versicherten vervielfacht. In den Provinzen Banteay und Oddar Meanchey sind inzwischen mehr als 70.000 Menschen davor geschützt, im Krankheitsfall alle Kosten selbst zahlen zu müssen.
Wer versichert ist, kommt rechtzeitig für eine oft lebensrettende Behandlung im Krankheitsfall und zu Vorsorgeuntersuchungen in die Gesundheitsstationen.
Überlebenswichtig für Frauen und Mädchen Für Frauen und Mädchen sind die Dorfkrankenkassen überlebenswichtig. Denn sie sind durch Schwangerschaft und Geburt besonders gefährdet. Darum bezuschussen die Malteser die Beiträge.
„Ich wünsche mir,“ sagt Tiv Pheakny, „dass keine Frau mehr Angst haben muss, dass sie oder ihr Kind bei der Geburt sterben. Und dass keiner seine Existenz verliert, wenn er krank wird.“
Anteil der Menschen, die nicht lesen und schreiben können: 26%
Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 34,1% mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag
Sterberate bei der Geburt oder Schwangerschaft: 450 von 100.000 Müttern
Kindersterblichkeit: 110 von 1.000 (D: 4 von 1000)
HIV/AIDS-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren): 2%
Anteil der Bevölkerung ohne Zugang zu Trinkwasser: 59%
Unterernährte Bevölkerung: 33%
Letzte Änderung: 02.01.2012 – 10:35 Uhr