Haiti zwei Jahre danach

Wenn viele Menschen eng auf einerander leben, ist sauberes Trinkwasser lebensnotwendig.
Wenn viele Menschen eng auf einerander leben, ist sauberes Trinkwasser lebensnotwendig.

Haiti: zwei Jahre nach dem  Beben

 „Wir stehen in Cité Soleil, einem städtischen Slum in Port-au-Prince, vor einer weiteren humanitären Katastrophe und können teilweise nur zuschauen“, beschreibt Maren Paech, Haiti-Referentin von Malteser International, die aktuelle Situation.

Zwei Jahre nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 sei die Lage  immer noch sehr komplex und gegensätzlich: „Einerseits versuchen wir, minimale Lebensstandards für die Menschen in den Camps sicherzustellen, andererseits gehen die Rehabilitierungsarbeiten in prestigeträchtigeren Vierteln gut voran und einige wenige Camps sind fast schon überversorgt.“

Die prekäre Lage in manchen Camps zeigt sich besonders nach heftigen Regenfällen, wenn aufgrund überfüllter Latrinen Fäkalien bis in die Zelte gespült würden, so die Expertin. „Viele Menschen sind noch in diesen Camps, weil sie einfach keine Alternative haben; in anderen Camps bleiben die Menschen, weil sie dort gut versorgt sind“, so Paech weiter.

Die aktuelle Situation zeige erneut, dass es in Haiti eines langfristigen Engagements bedürfe, um wirklich nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. Doch die zeitnahe und bedarfsgerechte Verteilung  der finanziellen Mittel bleibe eine große Herausforderung. Haiti werde in den Budgets internationaler Geldgeber mehr und mehr durch neue Krisen in anderen Ländern verdrängt.

Sorgfältige Hygiene verhindert Cholera: Desinfizierung von Toilettenhäuschen.
Sorgfältige Hygiene verhindert Cholera: Desinfizierung von Toilettenhäuschen.

Die Malteser arbeiten derzeit an drei Standorten in Haiti:

In Port-au-Prince waren sie in 18 Camps zunächst in  der Cholera-Prävention tätig.  Jetzt ist eine Ausweitung der Maßnahmen notwendig, da viele Organisationen sich zwischenzeitlich aus der Arbeit in den Camps zurückgezogen haben und niemand mehr für die kaputten Zelte oder überlaufenden Latrinen zuständig war.

Diese werden nun durch die Malteser repariert oder geleert, denn ohne die nötige Infrastruktur ist jede Hygiene- und Gesundheitsaufklärung zwecklos. Alle Hilfsmaßnahmen in den Camps sind eingebettet in ein umfassendes  Projekt, das den Campbewohnern eine Rückkehr in ihre Stadtviertel erleichtern soll: Mit sanitären Anlagen und Waschstellen verbessern die Malteser dort den Zugang zur sanitären Grundversorgung.

In Darbonne betreiben die Malteser ein Gesundheitszentrum, das in der eher ländlichen Gegend im Laufe des Jahres 2012 an einen lokalen Partner übergeben wird. Die Situation in Darbonne selbst sei stabil, so Paech. Für die Gesundheitsversorgung und den Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung von 25 Dörfern im Hinterland fehle jedoch das Geld.

In der Gemeinde Belle Anse, in einem der ärmsten Departments im Südosten des Landes, konzentrieren sich die Malteser im Anschluss an die Cholera-Soforthilfe auf eine verbesserte Wasser-, Sanitär- und Nahrungsmittelversorgung für von extremer Armut betroffene Familien.

Letzte Änderung: 19.01.2012 – 12:35 Uhr

© 2012 Malteser Hilfsdienst e.V.
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