Der Nigerianische Priester Reverend Nkem Hyginus Chigere studierte in Münster Missionswissenschaften und Kirchengeschichte. Beim Malteser Hilfsdienst habe er soziale Kontakte geknüpft und viel gelernt. Er absolvierte Prüfungen bei den Maltesern und wurde Ausbilder von Erste-Hilfe-Ausbildern. „Da die Malteser nach dem Gebot der Nächstenliebe leben, habe ich auch für meine Zeit als Priester viel mitgenommen“, sagt Reverend Chigere.

Zurück in seiner Heimatdiözese Orlu in Nigeria war er sich sicher:“Die Malteser brauchen wir hier auch“.Diese Vision wurde Wirklichkeit. Der Priester gründete 1997 eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die zunächst inoffiziell unter dem achtspitzigen Kreuz der Malteser arbeiteten. „Es ist ein Wunder, dass es diesen Dienst bei uns gibt, freut sich Reverend Hyginus.
Der Malteser Hilfsdienst übernimmt bei größeren Veranstaltungen den Sanitätsdienst. Die Mitarbeiter begleiten Angehörige von Verstorbenen, transportieren Kranke und bilden die Bevölkerung in Erster Hilfe aus. Schließlich betreuen die Malteser die Kranken in ambulanten Stationen und arbeiten in sozialen Zentren der Gemeinden mit.
"Wie dankbar und begeistert die Menschen in der Diözese Orlu über die Gründung des Hilfedienstes sind, lässt sich kaum beschreiben", weiß Norbert Wemhoff, Projektkoordinator des Malteser Patenverbandes Osnabrück.
Die Malteser in Orlu haben es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. „Damit füllen Sie eine Versorgungslücke, denn es gibt kaum staatliche Strukturen. Dementsprechend ist das Gesundheitswesen zum Teil völlig unzureichend“, erklärt Wemhoff.

Gemeinsam mit den nigerianischen Maltesern arbeiten die Malteser an dem Projekt „Steine für ein Hospital in Umuzike“. Das Krankenhaus mit 15 Betten soll bis zum nächsten Jahr in einem sozialen Zentrum entstehen, in dem die Malteser u.a. einen Kindergarten unterhalten.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 60.000 Euro. „Ganz wichtig ist auch die Ausbildung in Erster Hilfe“, erklärt Wemhoff. Gerade weil es so wenige und meist schlecht ausgestattete Krankenhäuser gebe, müssten die Menschen in der Lage sein, medizinische Erstversorgung zu leisten. 10.000 Euro hat die Malteser Stiftung für dieses Projekt zur Verfügung gestellt und somit einen wertvollen Beitrag für diese wichtige Hilfe geleistet.
Letzte Änderung: 01.06.2010 – 11:03 Uhr