Die Malteser führen weltweit zahlreiche Projekte durch, um den Menschen nach Naturkatastrophen, in Hungersnöten, Konflikten oder sonstigen Krisen zu helfen. Viele Menschen profitieren jährlich von dieser Hilfe. In Pakistan konnten wir beispielsweise nach dem Erdbeben 50.000 Menschen durch den Wiederaufbau von Häusern und Brunnen sowie der Verteilung von Saatgut helfen. Und nach dem Tsunami erreichten wir durch unsere Hilfsmaßnahmen sogar mehr als eine halbe Million Katastrophen-Opfer.
Der Begriff Soforthilfe, oft eine Art Synonym für Nothilfe, beschreibt worum es geht: Menschen in akuter Not benötigen rasche Hilfe bei der Bewältigung von lebensbedrohlichen Krisen oder Katastrophen. Am Anfang herrschen meistens Hunger und Durst. Vor allem sauberes Wasser ist in einer Katastrophensituation kaum oder gar nicht vorhanden. So verstärken verschmutztes Wasser und zu wenig Nahrung die Anfälligkeit für Krankheiten, die in vielen Ländern auch schon vor einer Notlage hoch ist. Deshalb versorgen wir die Menschen in einer Krisenregion zuerst mit sauberem Wasser und Nahrung. Und je nach Situation stellen die Malteser auch Decken, Planen, Moskitonetze, Wasseraufbereitungsanlagen, Haushaltsgeräte oder Tabletten zur Wasserreinigung zur Verfügung. Die Verletzten behandeln wir unmittelbar medizinisch und erhalten Medikamente.
Neben der sofortigen und schnellen Hilfe hängen die weiteren Hilfsmaßnahmen von der Situation vor Ort ab. So erfassen unsere Nothilfeexperten durch eine systematische Erhebung in der Katastrophe („Assessment“) den grundsätzlichen Hilfebedarf. Gemeinsam mit den lokalen Behörden sowie anderen nationalen und internationalen Organisationen wird das Vorgehen abgestimmt und anschließend die konkreten Maßnahmen geplant und umgesetzt. Dieser Ablauf sorgt dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. Unsere jahrelange Erfahrung ermöglicht eine schnelle Planung und Umsetzung der Hilfe.
An die Phase der Nothilfe schließt sich die Phase des Wiederaufbaus an. Der Übergang ist fließend und hängt von den Gegebenheiten ab. In der Regel geht es um den Wiederaufbau von Infrastruktur, Wohnhäusern, Kliniken usw. Ziel ist es, den Menschen so zu helfen, dass ihre Situation besser ist als vorher. Sie sollen weniger anfällig sein für Krisen und unabhängig von Hilfeleistungen werden. Daher kümmern sich die Malteser in dieser Phase beispielsweise um die Konstruktion von erdbebensicheren Häusern, den Aufbau von Einkommen schaffenden Maßnahmen und die Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal.
Letzte Änderung: 18.08.2010 – 20:36 Uhr