"Auch jetzt, vier Monate nach dem Beben, steht für viele Haitianer immer noch das tägliche Überleben im Vordergrund“, so Beate Maaß, Projektkoordinatorin der Malteser in Haiti. "Nach einer Phase relativer Stabilität ist leider die Sicherheitslage wieder schlechter geworden. Es kommt häufiger zu Diebstählen und Raubüberfällen, und es gab mehrere Entführungen", berichtet die Bochumerin. Die große Mehrheit der Familien aber, die bei dem Erdbeben ihre Häuser verloren hätten, seien jetzt im städtischen Bereich wenigstens mit Zelten und Planen versorgt. Zudem seien deutliche Fortschritte bei den Räumungsarbeiten zu beobachten.
Ein weiteres Problem sieht Maaß im Bereich der psychischen Traumatisierung: "Wir hatten in unseren Gesundheitszentren viele Patienten mit körperlichen Symptomen wie Glieder- und Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlaflosigkeit, für die es keine organische Ursache gab." Malteser International plant daher Kurzausbildungen für lokale Ärzte und Krankenschwestern, damit diese psychische Probleme erkennen und die Patienten an entsprechende Institutionen weiter verweisen können. Zusätzlich starten die Malteser Projekte zur psychosozialen Betreuung in den Gemeinden.
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Letzte Änderung: 01.06.2010 – 11:03 Uhr