Wenn Durchfall und Husten lebensbedrohlich werden...

Die Malteser bauen Gesundheitsstationen auf und bilden medizinisches Personal aus.
Die Malteser bauen Gesundheitsstationen auf und bilden medizinisches Personal aus.

Gesundheitsstationen retten Leben

Swat-Tal, Nordwesten Pakistan: Mehr als fünf Stunden ist Zohra Khan mit ihrem Säugling zur Gesundheitsstation gelaufen. Das neugeborene Mädchen hat seit Tagen Durchfall und hohes Fieber – nimmt kaum Flüssigkeit zu sich und wird stetig schwächer.

Auch Zhora Khans andere Kinder sind häufig krank. Im Nachbarort brach gar eine Masern-Epidemie aus. Nun die schwere Durchfallerkrankung des Säuglings – Frau Khan ist verzweifelt. Von einer Verwandten erfährt die sorgenvolle Mutter dann von der Malteser Gesundheitsstation. Rasch macht sich Frau Khan auf den langen und für sie extrem mühsamen Fußmarsch – hat sie doch erst vor 14 Tagen ihr Kind entbunden. Als sie ankommt, kümmert sich sofort der Malteser Arzt Dr. Yousaf Rehman um ihr kleines Mädchen. Es erhält eine Nährlösung und fiebersenkende Medikamente – Rettung in letzter Minute.

Schlimmeres verhindern: Durch frühzeitige Behandlung in einer Gesundheitsstation bei starkem Husten oder Durchfall.
Schlimmeres verhindern: Durch frühzeitige Behandlung in einer Gesundheitsstation bei starkem Husten oder Durchfall.

Nothilfe, Wiederaufbau und Gesundheitsversorgung

Um 20.000 Menschen im Swat-Tal medizinisch zu versorgen bauen die Malteser vor Ort drei Gesundheits-stationen auf. Was von den alten Gesundheitsstationen übrig geblieben ist, wird in Stand gesetzt.

Doch vor allem werden zusätzliche Räume für besonders hilfsbedürftige Patienten, wie Kleinkinder und Mütter, gebaut. Dann umfasst jede neue Station einen Anbau mit zwei zusätzlichen Räumen für Mutter-Kind-Behandlungen und sichere Entbindungen sowie einen separaten Warteraum für Frauen.

Zudem bilden die Malteser medizinisches Personal weiter: in Vorsorge-Untersuchungen bei Säuglingen und Nachsorge bei Müttern sowie in der Bedienung der hierfür notwendigen Geräte. Auch die Früherkennung von Kinderkrankheiten und Epidemien wie Masern, Cholera und Durchfall sind wichtige Schulungsinhalte. Frau Khan ist erleichtert, denn sie weiß: Endlich können ihre Kinder hier gut medizinisch versorgt werden. Ihre Unterstützung ist dafür unerlässlich und ein Zeichen gelebter Nächstenliebe. Danke!

Informationen über weitere Projekte in Pakistan erhalten Sie auf der Seiten von Malteser International.

Länderinformationen: Pakistan

Anteil der Menschen, die nicht lesen und schreiben können: 57%
Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 17% mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag
Sterberate bei der Geburt oder Schwangerschaft: 500 von 100.000 Müttern
Kindersterblichkeit: 99 von 1.000 (D: 4 von 1000)
HIV/AIDS-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren): 0%
Anteil der Bevölkerung ohne Zugang zu Trinkwasser: 9%
Unterernährte Bevölkerung: 24%

Letzte Änderung: 02.01.2012 – 10:35 Uhr

Dr. Jürgen Clemens

Pakistan, ein Jahr danach

Interview vom 26.07.11 mit Dr. Jürgen Clemens,
WDR 2/Weltzeit

Interview vom 21.07.11 mit Dr. Jürgen Clemens, Domradio Köln

© 2012 Malteser Hilfsdienst e.V.
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